Häufige Fragen PDF Drucken

1. Worum geht es im Netzwerk "Aufbruch"?

Der Aufbruch regt Menschen zu einem nachhaltigen und zukuftsfähigen Lebensstil an. Weiterhin verstehen wir uns als ein ideelles Netzwerk, das Einzelne und Organisationen zum Thema nachhaltiger Lebensweise verknüpft.

Die vielen, oft sehr effektiven Organisationen im Bereich Umwelt und Eine-Welt sind meistens auf ein Thema spezialisiert, während wir uns darauf "spezialisiert" haben, alle Themenfelder der Nachhaltigkeit / Zukunftsfähigkeit zusammenzufassen und sie ganzheitlich zu vertreten, einschließlich der geistig-kulturellen und spirituellen Aspekte.

Und schließlich: gerade die großen Nicht-Regierungs-Organisationen arbeiten mit Öffentlichkeitsarbeit und Gremienarbeit hauptsächlich "oben", im politischen Raum. Dagegen wollen wir "unten" wirken, an der Basis der Konsumenten und in den privaten Alltag hinein. Wir halten das für eine notwendige Ergänzung. Deshalb kooperieren wir mit verwandten Organisationen und wirken mit an Vernetzung.

Im Netzwerk "Aufbruch" trifft man vor Ort oder bei Seminaren Gleichgesinnte, mit denen man sich über alle Schwierigkeiten bei der Verwirklichung von Nachhaltigkeit sowie über positive Erfahrungen austauschen kann. Uns geht es nicht um freudlosen Verzicht, sondern um Gewinn an Lebensqualität und um Befreiung aus überholten Gewohnheiten.

2. Was versteht ihr unter Vernetzung und wie sieht die aus?

Wir besuchen und organisieren Arbeitstreffen und Konferenzen zum Thema der nachhaltigen Lebensweise auf Bundesebene wie vor Ort, um von anderen Organisationen zu lernen und unsere Ideen in eine breite Zusammenarbeit einzubringen.

Und wir vernetzen diejenigen untereinander, die unseren Basistext unterschrieben haben, so dass sie sich vor Ort oder in Regionen treffen und gegenseitig inspirieren können.

3. Wozu "Aufbruch"-Gruppen?

Eine Gruppe gleichgesinnter Menschen ist unterstützend und inspirierend. Die Treffen machen Spaß und bereichern das Leben jeder/jedes Einzelnen. Wenn du mehr wissen möchtest, besuche einfach mal eine Gruppe in deiner Nähe!

4. Wie viele solcher "Aufbruch"-Gruppen gibt es und wo ?

Es gibt zur Zeit mehr als 20 bestehende und weitere entstehende Gruppen in Deutschland. Deren Kontaktadressen findest du auf unserer Website unter "Aufbruch"-Gruppen oder erfährst sie bei unserem Büro. Wer eine neue Gruppe starten will, erhält von uns die Adressen derjenigen in seiner oder ihrer Umgebung, die unseren Basistext unterzeichneten und mit der Weitergabe ihrer Daten einverstanden sind.

5. Gab es nicht früher schon ganz ähnliche Initiativen ?

Ja, die Ökumenische Initiative Eine Welt oder die "aktion e" von "Brot für die Welt" haben bereits in den siebziger Jahren das Thema ‚Lebensstil‘ angesprochen; ebenso die vielfältige Alternativ-Bewegung. Aber es wurde in den neunziger Jahren von anderen Themen völlig verdrängt. Es braucht heute, da es dringender wurde denn je, neue Impulse. Nachhaltige Produktion und zukunftsfähiger Konsum dürfen kein Nischen-Phänomen mehr sein.

6. Wozu den Basistext unterschreiben?

Wer mit Unterschrift und Adresse unseren Zielen Zustimmung ausdrückt, wird nicht Mitglied einer Organisation und braucht sich auch nicht in unserem Netzwerk engagieren. Aber er oder sie wird mit ihren oder seinen Überzeugungen "sichtbar". Auch wenn wir keine Massen-Unterschriften-Sammlung betreiben, so wollen wir doch zeigen, wie viele Menschen bereit sind, "anders", d.h. zukunftsfähig zu leben.

7. Wen erreicht ihr ? Wie ? Und wie viele ?

Wir gehen mit unseren Materialien nicht "auf die Straße", sondern sprechen gezielt jene Menschen an, die längst Bescheid wissen über den Zustand der Welt und dessen Ursachen. Diese – und das dürften in Deutschland einige Millionen sein – wollen wir an ihr meist verdrängtes Wissen erinnern und zu neuen, konsequenteren Handlungsschritten motivieren. Deshalb legen wir unser Flugblatt in Naturkostläden, Eine-Welt-Läden oder Meditationszentren aus und veröffentlichen Artikel in entsprechenden Zeitschriften. Auf diese Weise, durch persönliche Werbung und über unsere Website haben wir bisher mehr als 2000 Menschen so angesprochen, dass sie ihren Namen und Adresse unter unseren anspruchsvollen Basistext setzten.

8. Wieso sagt ihr "Das Private ist Politisch"?

Unter den Bedingungen der neoliberalen Globalisierung gibt es keinen ‚privaten Konsum‘ mehr: mit jeder Tasse Kaffee, mit Baumwollwäsche oder elektronischen Anlagen nehmen wir als Endverbraucher am Welthandel teil. Art und Umfang unserer Mobilität wie unseres sonstigen Energieverbrauches beeinflussen das Weltklima. So ist das Private politisch und das Politische privat. Unsere Arbeit am Privaten soll die unerlässliche Arbeit am Politischen nicht ersetzen, sondern ergänzen. Deshalb möchten wir vor Ort und auf Bundesebene mit politischen Organisationen (wie z.B. BUND oder attac) zusammenarbeiten.

9. Ist es nicht hoffnungslos, wenn ICH allein....?

Das sagen Millionen! Wenn alle, die das "eigentlich" möchten, tatsächlich ökologisch produzierte und transfair gehandelte Produkte einkaufen würden, ihre Mobilität ökologisch gestalten und Öko-Strom beziehen würden, dann wäre das eine spürbare Verbrauchermacht. „Warte nicht auf andere - die warten auf dich!" Außerdem haben sich Millionen Menschen weltweit in globalisierungskritischen Bewegungen engagiert, die bereits eine internationale Gegenmacht darstellen.

10. Warum stellt ihr spirituelle Werte stark heraus?

Der Konsumismus unserer Gesellschaft wurzelt in einem materialistischen Wertesystem. Deshalb lässt er sich nicht überwinden ohne eine geistige Neuorientierung. Das gilt für Einzelne wie für die ganze Gesellschaft. Es liegt nahe, dass dabei das Geistige (lat.spiritus) und Spiritualität (im Sinne einer undogmatischen Religiosität) einen höheren Stellenwert bekommen. Und das passiert ja auch schon auf breiter Ebene. Es geht uns um ein neues, ganzheitliches Bewusstsein. Dabei sind uns Toleranz und Offenheit sehr wichtig.

11. Wer steht organisatorisch hinter dem Netzwerk "Aufbruch'"?

Private Initiatoren aus der Gemeinschaftsbewegung und aus dem christlichen Umfeld haben 2001 einen Koordinationskreis gebildet und die Initiative "Aufbruch - anders besser leben" gestartet. Ende 2004 wurde für juristische Zwecke der Trägerverein Anders besser leben e.V. gegründet. 2010 wurden die Initiative und ihr Trägerverein organisatorisch zusammengefasst im Verein Anders besser leben e.V.; er ist nicht mit dem mittlerweile entstandenen Netzwerk identisch, unterstützt dieses aber in seinen gemeinnützigen Zielen. Von Anfang an haben zahlreiche prominente Persönlichkeiten uns ihre ideelle Unterstützung gegeben (siehe Namensliste auf unserem ausführlichen Faltblatt und auf der Website unter 'Initiative/UnterstützerInnen'). Wir haben mit keinerlei anderer Organisation zu tun, die evtl. auch den ungeschützten Begriff "Aufbruch" im Namen führt.

12. Wie finanziert sich das Netzwerk ?

Nach einer Anschubfinanzierung durch das Umwelt-Bundesamt (2002-03) sind wir jetzt auf private Spenden angewiesen. Für eine effektivere Öffentlichkeitsarbeit brauchen wir aber auch größere Förderzuschüsse. Die meisten Arbeiten werden ehrenamtlich und nur einige gegen Honorar geleistet. Wir freuen uns über jede Spende!

13. Die 'Handlungsschritte' in eurem Basistext stellen einen hohen Anspruch. Wirkt das nicht abschreckend?

Die "Handlungsschritte" in unserem Faltblatt zählen Möglichkeiten auf, wie man heute in Deutschland nachhaltig bzw. zukunftsfähig leben kann. Wer davon ein "schlechtes Gewissen" bekommt, hat eigentlich ein gutes Gewissen. Denn unsere Verantwortung vor der Umwelt, vor den Menschen in den sog. 3.-Welt-Ländern und vor den zukünftigen Generationen lässt sich gar nicht ohne Gewissensregung wahrnehmen. Und keine Gesellschaft ist ohne ethische Werte. Außerdem machen die heutigen globalen Krisen gerade in den reichen Ländern ein Umdenken und eine Änderung der Lebensweise sehr dringend, worauf immer mehr ExpertInnen hinweisen.