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Manche der existierenden Gruppen stellen in diesem Bereich ihre Aktivitäten vor oder präsentieren Vorschläge für Gruppentreffen.
Nur andere Menschen können unser Leben erfüllen. Hat es nur uns selbst zum Inhalt, so bleibt es leer.
(Helmut Gollwitzer)
„Zu Hause ist dort, wo
man verstanden wird"
Wolfram Nolte sprach mit Franziska Heimrath über die Gruppe
„Anders besser leben" in München.
„Aufbruch - Anders besser leben" ist ein offenes
Netzwerk, das Menschen ermutigen will, gemeinsam mit anderen konkrete Schritte
in eine zukunftsfähige Lebensweise zu gehen. Seit ihrer Gründung im Jahr 2001
haben sich bereits in mehr als zwanzig Städten Aufbruch-Gruppen gebildet.
Franziska Heimrath erzählt von dem vielfältigen Leben der Münchener Gruppe.
Wolfram Nolte: Franziska, du engagierst dich in
der Münchener Gruppe des Netzwerks „Anders besser leben". Wie lange gibt es
die Gruppe und wie setzt sie sich zusammen?
Franziska
Heimrath: Im April haben wir unseren fünften Geburtstag gefeiert. Mittlerweile
hat sich ein fester Kreis von zwölf Frauen und Männern herausgebildet, sehr
altersgemischt, und auch sonst sehr verschieden. Wir wohnen in München oder im
nahen Umfeld, in alle Richtungen verstreut, bis zu 45 Kilometer auseinander,
einige allein oder mit Familie oder Lebenspartner. Eine von uns interessiert
sich für eine Lebensgemeinschaft, die sich gerade bildet.
Wolfram
Nolte: Was sind deine Beweggründe, bei dieser Gruppe mitzumachen?
Unsere
Beweggründe, in die Gruppe zu kommen sind natürlich unterschiedlich. Gemeinsam
ist uns der tiefe Wunsch, zu einer Veränderung der Welt beizutragen, um auch
künftigen Generationen eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen. Wir sehen auf
diesem Weg an erster Stelle die Veränderung des persönlichen Lebensstils in
Richtung einer nachhaltigen Lebensweise.
Auf diesem Weg unterstützen wir uns gegenseitig, dabei ist uns aber die
Eigenverantwortung wichtig. Jeder entscheidet selbst, wann er was verändert, es
gibt kein Muss und Soll. Jeder Weg wird respektiert. Es geht auch nicht um
leidvollen Verzicht, sondern wir machen die Erfahrung, dass es genussvoll sein
kann, den eigenen Lebensstil „vom viel Haben zu mehr Sein" hin zu entwickeln.
Ich persönlich hatte schon immer Interesse an neuen Wegen, weil ich mich
schnell eingeengt fühle von Zwängen und Regeln, die nicht nachvollziehbar sind.
Außerdem bin ich Idealistin und strebe nach Gerechtigkeit. Und etwas Neues
entwickeln ist auch sehr spannend!
Wolfram
Nolte: Was kann man sich unter „mehr Sein" vorstellen?
Mehr
Wissen über mich, über die tiefen Zusammenhänge dieser Welt, auch mehr
Zufriedenheit, Erfüllung. In unseren monatlichen Treffen haben wir dazu viele
Themen diskutiert, Informationen erarbeitet und ausgetauscht, z. B.
Ökostrom und Energiesparen, Elektrosmog, Kleidung, fairer Konsum,
Resteverwertung, ethische Geldanlagen, einfach weniger verbrauchen und mehr
Zeit für andere haben.
Aber Information ist nicht unser vorrangiges Interesse, das Wissen ist nicht
das Wesentliche, sonst hätte sich vielleicht bisher schon mehr verändert auf
dieser Welt. Die spannenderen Themen, die vielleicht auch mehr verändern, weil
sie nicht nur im Kopf bewegt werden, lauten z. B.: Gewaltfreie
Kommunikation, Krisen, Tod, Rituale, Spiritualität (bei uns insbesondere die
Beschäftigung mit Buddhismus und Tiefenökologie) oder Entwicklung der
persönlichen kreativen Fähigkeiten. In dieser Richtung liegt „mehr Sein".
Wolfram
Nolte: Gibt es eine Gruppenleitung?
Es
gibt keine hierarchische Struktur, keine Gruppenleitung. In der Moderation der
Abende und in der Vorbereitung wechseln wir uns ab. Jeder bringt ein, was er
zeitlich und inhaltlich geben kann. Und wer denkt, so ein informativer Abend
sei trocken, der kennt die Spiele nicht, die dabei schon erfunden wurden!
Wolfram
Nolte: Was für Spiele?
Wir
sind eine kreative Gruppe, wir singen, tanzen, spielen. Wir haben Ralf, der
Gitarre spielt und schöne Lieder erfindet, Maria, die Spiele auch zu trockenen
Themen kreiert, Barbara und andere, die Tänze anleiten. Wir genießen die
Vielfalt der unterschiedlichen Eigenarten und die vielen Ideen von uns allen.
Wir feiern mit allem, was dazugehört, machen auch mal Ausflüge, gehen ein
Wochenende zusammen auf eine Berghütte. In einem feierlichen Ritual haben wir
einen Baum gepflanzt, mitten in München, eine kleine Ulme. Auch die
Vorbereitungs-Teams haben oft viel Spaß miteinander.
Der Höhepunkt unseres Festes zum 5. Geburtstag war z.B. der „Retten-Rap", eine
Persiflage auf die Ideale, die Welt retten zu wollen, das war bühnenreif! Also
auch Humor ist wichtig.
Wolfram
Nolte: Was ist dir sonst noch wichtig an eurem Gruppenleben?
Gerade
die achtsame Kommunikation, die wir in der Gruppe pflegen, ist etwas Besonderes
und äußerst wohltuend. Es gibt einen Redestein, der rundum wandert,
d. h. jeder kommt zu Wort. Wer spricht, hat die ungeteilte
Aufmerksamkeit aller, jeder spricht von sich, es gibt keine wertenden
Kommentare. Auf diese Weise entsteht schnell eine vertrauensvolle Atmosphäre
voller Tiefe und Verbundenheit und gegenseitiger Achtung. Es war so auch nie
schwierig, z. B. bei der Planung von Aktionen einen Konsens zu
finden. An diese Art des Austauschs sind wir schon so gewöhnt, dass der
Unterschied zur Kommunikation in anderen Gruppen oder Teams uns oft überrascht.
Wolfram
Nolte: Was hält eure Gruppe zusammen?
Für
viele in der Gruppe ist es wichtig, Gleichgesinnte zu haben, nicht nur, damit
wir uns gegenseitig unterstützen, um unser eigenes Verhalten zu ändern, sondern
um mal nicht den alternativen Exoten abgeben zu müssen. Das ist eine Rolle, die
im Alltag oft anstrengend ist. Um es mit Christian Morgenstern zu sagen: „Nicht
da ist man zu Hause, wo man seine Wohnung hat, sondern da, wo man verstanden
wird".
Es gibt auch bei einigen den tiefen Wunsch nach einer alternativen
Lebensgemeinschaft. Wir sind als eine „Teilzeit-Lebensgemeinschaft" durchaus
eine Alternative zum Ausstieg, den es beispielsweise bedeuten würde, in ein
Ökodorf zu gehen, und damit viel Vertrautes hinter sich zu lassen. In der
Gruppe leben wir Gemeinschaft, jeder von seinem Wohnort aus, eingebunden ins
bisherige Berufs- und Privatleben. Bei so viel Nähe entstehen auch Netzwerke
untereinander, da helfen wir uns z.B. auch im Garten oder beim Umzug.
Gerade diese Verbindung kann sehr fruchtbar werden, weil unsere persönlichen Veränderungen
so auch von anderen gesehen werden. Das ist Außenwirkung ganz ohne Aktionen,
Info-Stände etc. - Vorbildfunktion versus Missionierung!
Wolfram
Nolte: Seid ihr also nicht nur auf eure Gruppe konzentriert?
Nein,
natürlich nicht. Auch zu anderen Organisationen oder Initiativen gibt es
Verbindungen: gemeinsame Aktionen, Flohmärkte, Info-Stände. Wir nehmen auch am
europäischen UN-Dekade-Projekt MOOSE (Models of Sustainability Education) teil,
zusammen mit SOL (Menschen für Solidarität, Ökologie und
Lebensstil/Österreich), ecolnet (Südtirol) und einer Agenda 21-Gruppe aus
Kalabrien. Besonders mit SOL verbindet uns viel. Gerade komme ich aus Wien, wo
wir das 30-jährige Bestehen von SOL gefeiert haben. Dabei haben wir auch schon
wieder über neue gemeinsame Projekte nachgedacht.
Eine wichtige Verbindung gibt es auch zur Tiefenökologie, wie Joanna Macy sie
lehrt und praktiziert. Einige von uns habe die „Grande Dame" der Tiefenökologie
schon persönlich erlebt und haben sich von ihrer Begeisterung anstecken lassen.
Besonders wichtig sind uns ihre Spiele und Rituale oder auch die Übungen zur
Verarbeitung von Gefühlen, besonders der Verzweiflung über den gegenwärtigen
Zustand unserer Erde.
Ein Ritual verbindet uns besonders mit ihr und vielen anderen Menschen auf der
Welt. Es entstand bei einem Besuch von Joanna Macy bei den Menschen in
Nowosybkow, die vom Fallout nach dem Unglück in Tschernobyl besonders betroffen
waren. Sie tanzte mit ihnen den Ulmen-Tanz (ein Bachblüten-Tanz von Anastasia
Geng), der ihnen das Vertrauen zueinander und zum Leben zurückgab. Jetzt ist
daraus ein weltumspannendes Ritual entstanden, und auf der ganzen Welt tanzen
Menschen diesen Tanz an jedem Vollmond um 20 Uhr in Erinnerung an die
Betroffenen von Nowosybkow, an ihr Leiden und das Leiden aller Geschöpfe sowie
für das Vertrauen in die gemeinsame Kraft. So verbinden wir uns seelisch
regelmäßig auch mit Menschen, die wir gar nicht persönlich kennen. Und wir
können so spüren, dass an vielen Orten der Erde Menschen in unserem Sinn agieren.
Franziska
Heimrath (53) hat drei erwachsene Kinder, lehrt an einer Berufsfachschule,
tanzt und musiziert gerne, engagiert sich für Familienarbeit und lernt gerne
etwas Neues, z.B. gerade eine ganzheitliche Körperarbeit.
Artikel
erschienen in Kurskontakte 164
Aufbruchgruppe Berlin - ein Rückblick übers vergangenen Jahr
Wenn ich mich an die Treffen mit ihren Fragestellungen und
Themen zurückerinnere, erscheint es mir, als hätten wir das ganze Jahr über
nach etwas Greifbarem gesucht und es nicht so recht gefunden. So ist es nicht
verwunderlich, dass im Sommer Stimmen von Unzufriedenheit laut wurden - es
würde kein tragendes Gruppengefühl existieren.
Der Abend im September, an dem wir uns dann unseren
Bedürfnissen im Aufbruch, den erfüllten sowie den unerfüllten, gewidmet haben,
war dann schon ein Lichtblick im Nebel. Erstaunlich wie viel doch immerhin als
befriedigt anklang: Bedürfnisse nach Vertrautheit, nach Unterstützung beim
Verändern des Lebensstils, nach Ermutigung, nach Achtsamkeit, Resonanz und
Anteilnahme, nach Klarheit über die eigene Motivation, nach Verbindung mit dem
Ganzen, nach gemeinsamen Aktivitäten. Die zu wenig oder gar nicht erfüllten
Bedürfnisse, wie das Bedürfnis nach Bindung, nach authentischem Ausdruck (Mut
zu Konflikten), Spiritualität, Einbeziehen von Kindern, spielerischer
Leichtigkeit, wechselseitiger Unterstützung auch im Alltag, Raum für
Biographisches, gilt es im Blick zu behalten. Aber alleine schon dem Gefühl des
Mangels das Raum zu geben hat offenbar seine Wirkung! Die Krönung war für mich
schließlich der Abend im Dezember: Evelyne aus der Gruppe hat uns kraft ihrer
Erfahrungen aus Psychodrama und GFK geführt bei der Fragestellung nach
gelingender Kommunikation mit Menschen, deren Fokus nicht bei den Themen um
eine nachhaltige Lebensweise liegt. Mein Aha-Erlebnis, wie unfruchtbar es ist,
zu dozieren, anstatt Kontakt aufzunehmen, wirkt noch immer nach!
So sehe ich mit Zuversicht dem Kommenden entgegen! Als
Erstes wird es eine Begegnung mit der 2. Berliner Gruppe geben, die Andrea seit
dem Frühjahr an der süd-östlichen Ecke von Berlin aufbaut. Da erwarte ich ein
kleines Feuerwerk der Vielfalt! Und zwischen den monatlichen Zusammenkünften
wachsen die Berührungspunkte bei den vielen unterschiedlichen Aktivitäten: die
Teilnahme an der „Konferenz für das Leben" mit Joana Macy, das Tanzen bei
Claudia und Johannes, das Singen spiritueller Lieder, die Teilnahme an
Protestveranstaltungen gegen das Bombodrom, gegen die Castortransporte , gegen den
Abbau der Braunkohle, der lange Tag der Stadtnatur, die Besichtigung
alternativer Energieanlagen, das Seminar für Gemeinschaftsbildung (nach Scott
Peck), die Übungsgruppe für gewaltfreie Kommunikation ...
Mit diesem Rückblick hoffe ich Mut zu machen: Auch eine
Durststrecke, wo die unterschiedlichen Ebenen des Aufbruchs verschwimmen, weil
die persönlichen Anliegen ihre Aufmerksamkeit suchen, kann eine Gruppe
weiterführen.
Margrit Schmidt
Ein ermutigender
„Aufbruch"-Start in Rotenburg
Irgendwann habe ich
einen Artikel von Gerhard Breidenstein in „Schrot und Korn" gelesen und
gedacht: das mache ich doch auch fast alles. Da kann ich mich voll mit
identifizieren. Daher habe ich mich entschlossen, mich als Ansprechpartner für
„Aufbruch" im PLZ-Bereich 27/28 anzubieten. Was nach einigen technischen
Schwierigkeiten auch geschah. Bald konnte ich einige Artikel über den
„Aufbruch" in der hiesigen Lokalzeitung veröffentlichen. Die Resonanz war
bescheiden. Aber immerhin sammelte ich einige Interessenten. So alle paar Monate
brachte ich mich mit dem „Aufbruch" in Erinnerung. Nach einem weiteren Artikel
kam eine so große Resonanz zustande, dass ich mich gezwungen sah, nun
tatsächlich eine Gruppe zu gründen. Ein schöner Artikel von der uns wohl
wollenden Chefredakteurin mit der Ankündigung eines Treffens bewirkte, dass
sich 27 Menschen bei dem Termin einfanden, von denen 25 bekundeten wieder zu
kommen. Weitere 15 mailten mir oder riefen mich an, dass sie ebenfalls
Interesse haben, nur leider bei diesem Termin keine Zeit hatten. So etwas habe
ich in den 25 bis 30 Jahren, seitdem ich mich auf ‚meinem Aufbruch‘ befinde, noch
nicht erlebt! Nach meinem Gespräch mit Mona Ziegler wurde mir mehr und mehr
klar, dass wahrscheinlich mein ‚absichtsloses Handeln‘, mein ‚nicht unbedingt
Machen-wollen‘, meine innere Haltung ‚es geschehen und entwickeln lassen‘ mit
ein Grund gewesen sein könnte, dass es plötzlich so fließt und sich eine Kraft
so ihren Weg sucht. Zu unserem zweiten monatlichen Treffen kamen dann 40 (!)
Menschen, beim dritten etwa 25 und beim vierten ca. 20. Viele der einmal
Gekommenen bleiben wieder weg, aber es kommen immer wieder Neue dazu, sodass
wir eine Liste von 40 Menschen haben, die sich als anhaltend interessiert
geäußert haben. Wir sind gespannt, wie es weitergeht mit unserer Gruppenbildung.
Joachim Berens,
Rotenburg
Bericht der Gruppe
Niederrhein
Sie haben sich
gesucht und gefunden - die Männer und Frauen am Niederrhein. Unsere Gruppe
wächst langsam, aber stetig. 12 Personen stehen auf der Liste. Kennen gelernt
haben sich bis heute sieben.
Ich dachte, ich
höre nicht recht, als zwei bei ihrer Vorstellung von ihrer Suche ab 30 sprachen
und dass sie mit Anfang 50 ihre Richtung entdeckt hätten. Es sind immer die
Suchenden, die sich wie von un-sichtbaren Fäden gezogen, irgendwann finden...
„Sagt mir, was ihr
denkt und fühlt. Dann entscheide ich, ob ich wiederkomme". Das war Lothar. Und
er kam wieder.
„Ich suche einen
Ort, wo sich Menschen als Menschen begegnen und wo Spiritualität gelebt wird.
Wenn das auch euer Anliegen ist, bin ich dabei." O-Ton von Christine. Auch sie
kam wieder.
Allen gemeinsam ist
der Wunsch nach innerer Balance. Sie möchten ganz egoistisch „etwas davon
haben", kein Geld, sondern persönliches Wachstum, das den anderen zwar
einschließt, doch sich selbst nicht ausschließt.
Beim dritten
Treffen ist Inge dazu gekommen und will sich „egoistisch" einbringen. Da ist es
wieder, dieses Adjektiv. Ist es negativ besetzt? Der Gedanke schwebt durch den
klinisch reinen Raum, in dem wir uns mangels einer dauerhaft passenden Bleibe
einrichten.
Wir beginnen mit
einem Stein, der die Runde macht. In der Mitte liegt ein rotes Tuch locker
ausgebrei-tet. Darauf thront eine Kerze, was sage ich EINE Kerze? Nein, DIE
Kerze. Theo hatte die Regenbogen-Aufbruch-Kerze für unser Beisammensein
bestellt. Auch „bestimmen" wir für die nächste Runde einen Einsteiger: Lothar.
Nicht müde werden,
sondern dem Wunder
leise
wie einem Vogel
die Hand hinhalten.
Dieses Gedicht von
Hilde Domin fällt mir ein, als ich am Abend mit dem Fahrrad nach Hause fahre.
Theo, mit dem ich aufgebrochen bin, die Aufbruch-Gruppe zu gründen, fährt neben
mir und kann es ebenso wie ich kaum fassen, was da aufgebrochen ist in den
wenigen Monaten. Soll ich es Wunder nennen, was da geschieht? Oder hat es ganz
einfach mit dem einfachen Schema zu tun, das uns innen drin erreicht?
Zugegeben, wir
haben jetzt eine Struktur. Früher habe ich dazu Tagesordnung gesagt: Begrüßung,
Blitzlicht, jemand trägt einen Text vor, (Theo sagt Impuls dazu), Steinrunde:
Jede, die mag, äußert sich dazu. Pause mit Kenntnisnahme von mitgebrachtem
Lesestoff. Highlight: Eine/r von uns stellt sich vor, inhaltlich,
entwicklungsgeschichtlich. Nachfragen, Nachdenken. Austausch von Infos und
Empfehlungen.
Doch der Rahmen
reicht nicht, sich von innen berühren zu lassen. Die Zeit scheint reif für eine
Innen-schau, für mehr Mut, das Sein und weniger den Schein zu fördern.
Vielleicht hat die Aussicht auf ein hohes Alter bzw. langes Leben den Blick
geöffnet für eine neue Dimension des Daseins. Erfüllen die neuen Alten jene
Aufgabe, die sie in früheren Kulturen immer hatten: Die Jungen in ihrem Bemühen
zu unterstützen, die Schöpfung zu bewahren? Zu schön, um wahr zu sein?
Beobachtung am
Rande: Selten so viele Männer gesehen in einer spirituellen Gemeinschaft: Sechs
zu Drei. Eine bemerkenswerte Runde!
Renate Alt-Rosendahl
Aktion der Murrhardter Gruppe „nach außen"
„We feed the world" hieß ein Film, der in den letzten
Monaten in vielen Groß- und Kleinstädten erstaunliches Echo fand. Unsere
Gruppe veranlasste das hiesige Kommunale Kino dazu, diesen Film zu zeigen, und
machte gleichzeitig das Angebot einer Diskussionsveranstaltung im Kino.
Schnell kam ein „Bündnis" mit dem Kino-Verein, der örtlichen
Naturschutzgruppe, dem Weltladen-Team und einem Biolandhof zustande. Ein
gemeinsames kleines Flugblatt (DIN A5) nannte die Vorführzeiten, den Termin
der Diskussionsveranstaltung (nach der letzten Vorführung) und auch schon
einige Tipps, wie man auf die schockierenden Fakten aktiv, d.h. durch
entsprechend verändertes Einkaufen, reagieren könne; die Adressen und
Öffnungszeiten des Weltladens und der Naturkostläden wurden auf der Rückseite
aufgeführt. Die Lokalpresse informierte ebenfalls.
Am Abend der letzten Vorführung war das kleine Kino bis zum
letzten Platz gefüllt. Einige von uns griffen nach dem Film die Stimmung der
Zuschauer auf und erläuterten dann die alternativen Einkaufsmöglichkeiten
sowie die Gründe für deren höhere Preise. Die allermeisten Kinobesucher blieben
für eine gute halbe Stunde sitzen und einige beteiligten sich auch an der
Diskussion; das Echo war sehr positiv, die Lokalpresse brachte unseren Bericht.
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Gerhard Breidenstein
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