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Es gibt auffallende Widersprüche zwischen unserem Wissen, unseren Idealen und unserer Lebensweise.


Wir wissen:

  • die Weltwirtschaftsordnung ist nicht gerecht, solange sie die Kluft zwischen Reichen und Armen immer weiter aufreißt;
  • unser Pro-Kopf-Verbrauch an Lebensmitteln, Energie und Rohstoffen lässt sich nicht auf alle Menschen weltweit übertragen und ist nur zu Lasten der Armutsländer möglich;
  • die internationale Politik wird hauptsächlich von kapitalistischen Interessen, ideologischer Vorherrschaft und militärischer Gewalt bestimmt;
  • diese Art der Globalisierung erzeugt - je länger umso mehr - Hass und Terrorismus.

Das alles wissen wir, auch wenn wir es immer wieder verdrängen - verständlicherweise.

Und zugleich glüht noch immer in uns die Vision einer friedlichen, gerechten und armutsfreien Weltgemeinschaft.

Im Grunde möchten wir solidarisch leben, denn nur das ist zukunftsfähig.


Wir wissen:

  • durch unsere Abgase wird das Klima auf der Erde in dramatischer Weise verändert und die Ozonschicht fortschreitend zersetzt;
  • riesige Wälder werden für uns abgeholzt oder von unseren Schadstoffen krank gemacht;
  • infolge unserer bisherigen Lebensweise werden Tiere gequält und zahllose Tier- und Pflanzenarten ausgerottet.

Andererseits lebt in uns der Traum, mit unserer Mitwelt im Einklang zu leben.

Wir möchten im Grunde ökologisch leben, denn nur das ist zukunftsfähig.


Wir wissen:

  • in den Lebensmitteln aus konventioneller Landwirtschaft und industrieller Produktion werden immer wieder schädliche Substanzen nachgewiesen;
  • Allergien, Krebs und andere System-Erkrankungen nehmen zu;
  • viele Menschen arbeiten zu viel, während sehr viele andere keine bezahlte Arbeit bekommen;
  • das Überangebot an Unterhaltung und Information macht uns passiv und lenkt uns vom Wesentlichen im Leben ab.

Unsere Sehnsucht nach einem guten und sinnerfüllten Leben wird so nicht gestillt.

Im Grunde möchten wir gesund an Leib und Seele leben, denn nur das ist zukunftsfähig.


Wir wissen:

Die Erde ist begrenzt. Aber durch unsere Lebensweise verbrauchen wir in den reichen Industrieländern den größten Teil der knapper werdenden Rohstoffe und produzieren den weltweit größten Anteil an umweltschädlichen Stoffen, an giftigem und an radioaktivem Müll.

Doch zugleich haben wir den Wunsch, unsere Zukunft nicht zu verbauen und unseren Kindern, Enkeln und allen zukünftigen Lebewesen nicht zu schaden.

Wir möchten im Grunde nachhaltig leben, denn nur das ist zukunftsfähig.


Wenn das so ist, dann wollen wir konsequenter tun, was wir wissen, deutlicher wahrnehmen, was wir empfinden, und mutiger umsetzen, was wir erträumen.


Eine andere, bessere Lebensweise kann nicht von oben verordnet, sie kann nur von uns selbst verwirklicht werden. Deshalb möchte das Netzwerk "Aufbruch - anders besser leben" dazu anregen, alleine oder in Verbindung mit Gleichgesinnten weitere Schritte in eine zukunftsfähige Lebensweise zu gehen. Mit "anders besser leben" meinen wir nicht "moralisch besser", sondern "glücklicher", weil mehr im Einklang mit den eigenen Idealen, mit der Mitwelt und mit den Interessen der zukünftig Lebenden.

Es geht uns nicht um Verzicht, sondern um Befreiung aus einem überholten Kulturmuster, nicht um Verlust, sondern um Gewinn an Lebensqualität.


Mit der Betonung unserer Eigenverantwortung will unser Netzwerk keineswegs die PolitikerInnen aus ihrer Verantwortung entlassen. Vielmehr wollen wir an der grundlegenden Umgestaltung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für Nachhaltigkeit und Solidarität mitwirken und dabei die neuen zivilgesellschaftlichen Politikformen stärken. Wo von nicht-staatlichen Organisationen (NGOs), Protest-Bewegungen wie Greenpeace oder attac, von Gewerkschaften, Jugendverbänden oder Kirchen Forderungen nach Zukunftsfähigkeit erhoben werden, wollen wir sie unterstützen. Indem wir für Konsequenzen im scheinbar privaten Bereich werben, verstehen wir unser Netzwerk als notwendige Ergänzung zu den wichtigen Aktivitäten im politischen Raum.

Unser Motto dabei:

Wer politische Forderungen stellt, ohne sein eigenes Leben zu verändern, wird zum Heuchler; wer nur sein eigenes Leben verändert, ohne sich für politische Veränderungen einzusetzen, bleibt ein Träumer.